Teil I. Daco-Romano- Saxonica.

 

1.1. Aus der Vorgeschichte.

 

1.1.1. Rom vor Christi Geburt.

 

Der Sage nach wurden die Zwillinge, Remus uns Romulus, als kleine Kinder ausgesetzt, weil sie den Interessen und Plänen ihrer Eltern im Wege standen. Doch das Schicksal war ihnen hold, denn sie waren für Höheres auserkoren. Eine Wolfsmutter hatte mehr Gefühl als ihre natürlichen Eltern und nahm sie auf, sorgte für beide, wie auch für ihre eigenen Welpen bis sie allein zurecht kommen konnten. Weiter heißt es, als sie dann kräftige Männer geworden waren, versammelten sie mehrere Vertrauensmänner um sich und gründeten die Stadt Rom (die weltbekannte Stadt der sieben Hügeln) an den Ufern des Tibers: Das geschah um die Zeit vom 21.04.753 v. Chr.

An Hand von archäologischen Ausgrabungen, die bis ins X. Jahrhundert vor Chr. zurück führen, beweisen die Funde, daß es in verschiedenen Stadtgebieten des heutigen Roms schon frühere Siedlungen gab. Das waren die Siedlungen der Latiner und Sabiner, auf dem Palatin (die Rundhütten), auf dem Quirinal, dem Capitol, dem Equilin u.a. Begräbnisstätten aus dem IX – VII. Jh. vor Chr. in der sumpfigen Niederung des Forum Romanum. So ungefähr um das Jahr 650 vor Chr. wuchsen die einzelnen Siedlungen der Stadt zusammen und machten sie größer und stärker. Größe und Stärke brauchte die Stadt, denn sie stand unter der Herrschaft der Etrusker.

Nachdem man den letzten König von Rom, Tarquinius Superbus, vertrieben hatte, um das Jahr 510 vor Chr., wurde die Stadt zur Republik erklärt. Damit wurde sie zum Mittelpunkt des Römischen Reiches gemacht. Nach der Zerstörung Roms durch die Gallier, um das Jahr 387 vor Chr. bei der nur das Capitol verschont blieb, wurde im Jahre 378 vor Chr. um die sieben Hügel Roms eine Stadtmauer gezogen (sie wurde die Servianische Mauer genannt). Schon drei Jahrhunderte vor Chr. war Rom kulturell so weit entwickelt, daß es um das Jahr 312 vor Chr. seine erste große Wasserleitung erhielt. Die Via appia, eine der in Strahlenform die Stadt verlassende Ausfallstraßen, wurde ausgebaut, Die Stadt Verwaltung wurde den Aedilen überlassen, was von großem Vorteil für deren weiter Entwicklung war. Seit 264 vor Chr. gibt es verschiedene Zeichen oder Bestätigungen, welche die Kämpfe der Gladiatoren erwähnen.

Die schnelle Erweiterung der römischen Macht, besonders die Eroberungen im Osten führte zu einer schnellen Entwicklung der Bautätigkeit. Die reiche Kriegsbeute mußte verwertet und untergebracht werden. Die öffentlichen Gebäude und die des Adels unterschieden sich mehr und mehr von den Wohnvierteln der gewöhnlichen Bürger, die oft ein Gewirr von engen und winkligen Gassen bildeten. Doch wie Fürst von Bismarck, zu seiner Zeit so oft wiederholte: „Macht geht vor Recht“, das kannten auch die Römer zu ihrer zeit sehr gut. Bald sollte die Kehrseite des Medaillons sich zeigen, mit all seinen unangenehmen Folgen.

Die stets vorangetriebene Expansion der Römer zerrütte das Kleinbauerntum und übte damit einen negativen Einfluß auf die allgemeine Moral aus. Dem Zugang zahlreicher italienischer Bauern nach Rom wurde kein Einhalt geboten. Erst als all diese Mittellosen zum Proletariat herab sanken, fanden sich unter den Führenden der Stadt etliche Leute die darin eine wachsende Gefahr erkannten. Unausweichliche soziale und wirtschaftliche Krisen zeigten sich bald als Vorboten der Revolution. In den Jahren 133 – 130 vor Chr. kam es zu zahlreichen Straßenkämpfen, wie auch zu politischen Morden und Proskriptionen. Rom wurde von Innen bedroht, aber auch in den Externen Feldzügen mußte der Sieg immer härter erkämpft werden. Und dennoch kannte die römische Habgier keine Grenzen. Unter Kaiser Aurelian bekommt Rom eine neue Mauer, die es vor den wiederholten Einfällen de Germanen schützen sollte. Rom war die schönste Stadt der damals bekannten Welt und hatte nach heutigen Schätzungen 600000 bis 2 Millionen Einwohner, nach einer genaueren Schätzung konnten es mehrere sein. Diese genauere Schätzung wurde, im 30. Jahre der Herrschaftszeit Kaiser Augustus unternommen und ausgeführt. Es war eine sehr aufwendiges Unternehmen in der Zeit, weil viele Menschen weit weg von ihrem Geburtsort lebten.

 

1.1.2. Kaiser Augustus und das 1. Jahrhundert n. Christi.

 

Kaiser Augustus, eigentlich Gaius Octavianus, geboren am 23.09.63 v. Chr. in Velitrae, verstorben am 19.08.14 n. Chr. in Nola, war der Großneffe Cäsars, von diesem im Testament adoptiert und zu seinem Erben eingesetzt. Mit Hilfe einer aus privaten Mitteln organisierten Armee und geschickter Diplomatie verschaffte sich nun diese neu Erwählte die propraetorische Befehlsgewalt gegen Antonius; erzwang nach den Sieg bei Mutina über diesen (43 v. Chr.), durch einen Marsch auf Rom Konsulat und Triumph. Er schloß mit Aemilius Lepidus und Antonius, im gleichen Jahr, ein auf 5 Jahre befristetes Triumvirat. Im Vertrag von Brundisium, 40 Jahre v. Chr., beschlossen die Triumviren eine Reichsteilung: Antonius erhielt den Osten, Octavian den Westen und Lipidus Afrika. Das Jahr 37 v. Christi Geburt, brachte einen neuen Vertrag zwischen Octavianus und Antonius, um Sextus Pompeius mit Erfolg zu bekämpfen, weil Lipidus sich im Jahrt 36 v, Chr.mit ihm verständigt hatte.und deswegen aus dem Triumviirat ausgeschlossen worden war. Die Politik des Antonius im Ostenvertrat, wie auch seine Ehe mit Kleopatra, der Königin von Ägypten, führten zu neuen Verschärfungen des ohnehin gespannten Verhältnisses zu Octavianus. In der Schlacht bei Aktium, im Jahre 31 v. Chr. wurden Antonius und Kleopatra vernichtend geschlagen und endeten beide durch Selbstmord, in Alexandria. Octavianus war nun Alleinherrscher über ein großes Imperium! Im Jahr 29 v. Chr. kehrte er nach Rom zuirück und feierte den dreifache Trumph. Im 28 v. Chr. erhielt er den Ehrentitel „Princeps.“ Im Jahr 27 v. Chr. legte er die Triumviratsgewalt nieder, doch auf drängen des Senats erklärte er sich bereit die Provinzen Ägypten, Syrien, Gallien und Spanien zu befrieden und ihre Grenzen zu sichern. Zum Dank verlieh man ihm den Ehrentitel „Augustus“, damit erhielt er auch höhere Verfügungsgewalt über das Staatswesen, die in den folgenden Jahren noch mehr erweitert wurde. Im Jahre 20 v. Chr. schloss er einen Verständigungsvertrag mit den Parthern, bei dem die von Orassus verlorenen Feldzeichen zurückgegeben wurden. Die römische Herrschaft in Gallien, Germanien, Ilyrien und an der Donau wurden nun gefestigt. Die Verwaltung dieser Provinzen wurde neu geordnet. Doch nach der Niederlage des Feldherrn Varus, in der schweren Schlacht im Teutoburger Wald, im Jahre 9 n. Chr. Abb. 001. Kaiser Augustus.musste er die Rechtsrheinischengebiete der Germanen aufgeben. Der spätere Kaiser Tiberius, wurde, nachdem mehrere zum Nachfolger ausersehene jüngere Mitglieder dieser Familien gestorben waren, (im 4. Jahre n. Chr.) adoptiert und zum Nachfolger bestimmt. Kaiser Augustus starb nach einer langen Regierungszeit, die das rö-

mischen Reich zu einer hohen Kulturellen- und Wirtschaftlichenblüte gebracht hatte. Die Regierung Kaisers Augustus brachte Rom die lang ersehnte Ruhe nach den revolutionären Kämpfen. Die Stadt war geschwächt und brauchte eine feste Hand, denn sie hatte sich so stark erweitert, daß sie die erste Ringmauer schon weit überschritten hatte. Er teilte die ausgedehnte Stadt in 14 Bezirke und 165 Viertel (aus denen etwas später 300 wurden), mit eigenen Verwaltungsbehörden und ließ sie durch neue Bauten schöner erweitern (wie Augustusforum, Ara Pacis, Pantheon u.a.).

Unter Kaiser Nero, im Jahre 64 n. Chr. wurde Rom durch einen Brand größtenteils zerstört, die Schuld an diesem riesigen Brand wurde den Christen zugeschoben. Doch in der Folgezeit wurde Rom noch schöner und grösser aufgebaut. Es erhielt neben seinen Marmortempeln und Palästen, Foren und Thermen, Geschäftshäuser, Hafenanlagen und viele Lagerhallen. Aber auch die mehrgeschossigen Mietskasernen in den engen Gassen der Stadt kamen dazu. Der blühende Handel und das wieder Aufbauen der Stadt verlangte mehr und mehr Handwerker und Handlanger. All diese neuen Massen Proletarier mussten man irgendwo unterbringen und und verkösstigen, auf diese Weise entstanden immer mehr Geschüfts- und Gewerbezweige. Zum Ausgleich wurden auch zahlreiche Garten- und Parkanlagen geschaffen, die das Stadtbild auch heute noch prägen durch ihre Schönheit und Bedeutung.

 

1.1.3. Alte Siedlungen in den Gebieten der Geto - Daken

 

Das erste schriftliche Wissen über alte Siedlungen in den Karpato–Donau Gebieten bis zum Schwarzen Meer, ergeben die Funde archäologischer Forschungen, die ungefähr 2500 Jahre alt sind. Auch die Vorgeschichte läßt sich erforschen, wenn man mit viel Geduld und Fleiß in diesem reichen Archiv der Archäologie Nachforschungen macht.

In der Neueren- und Mittleren Steinzeit, welche ungefähr 35 000 Jahre v. Chr. endete, findet man Spuren alter Siedlungen und Werkzeuge aus Kieselstein (Silex), in Salzburg (Sibiu), Baia de Fier, Ochaba-Ponor u.a. diese Funde vermehren sich je näher man der Späteren Steinzeit (8 000 Jahre v. Chr,) kommt. Aus dieser Zeit haben sich auch Menschenteile oder Fossilien gut erhalten, die dem Homo - Primigenius zugeschrieben werden (Siehe, Baia de Fier u.a.). In der Höhle bei Tschioklovina (Cioclovina), wurden Fossilien von Homo – Sapiens gefunden.

In der Neueren Steinzeit (5500 – 2500 v. Chr.) sind die Funde der alten Siedlungen noch vielfacher und besser eingerichtet. Diese Funde wurden nach den Ortschaften, wo sie entdeckt wurden benannt und beweisen, daß sich deren Lebensweise und Zivilisation schnell verbreitete. Die ältesten Funde stammen aus dem Kreischgebiet. Der „Typ Kreisch “ dehnte sich in kurzer Zeit auch über die weiteren Gebiete des Landes aus. Der „Typ Turdasch“, bei Broos, verbreitete sich aber mehr jenseits der Karpaten, im Schieltal und teilweise am unteren Mieresch, doch der „Typ Boian“ erfaßte mehr die Walachei, den Süden der Moldau und Südost Transsilvanien. Die Zivilisation „Typ Kukuteni (Cucuteni jud. Iaşi) erfaßt das Zentrum Transsilvaniens und anderer Gebiete des Landes.

In der Übergangsperiode zur Bronzezeit (2500-2000-1800 v. Chr.) erscheinen komplexere Kulturen, von diesen ist der „Typ Kozofeni“ (Coţofeni), in Transsilvanien, in den Kreischgebieten, im Banat und anderen Gebieten des Landes stark verbreitet. Sogar die Kultur Baden, bei Wien, war im Land bekannt. Parallel zu diesen Kulturen gibt es auch andere, aber diese alle aufzuzählen, das wäre hier fehl am Platz. Schon die bisher erwähnten Kulturen und Zivilisationen, in den archäologischen Befunden, zeugen davon, dass die Art zu Leben der Urmenschen, ihre Arbeiten, sowie ihr ganzes Tun besser organisiert wurde, mit mehr Leistung als in den voran gegangenen Etappen, Auf sozialer Ebene entstehen Stammorganisationen Tribaleinrichtungen welche die alten Einrichtungen (das Matriarchat) zum Zerfall brachten. Das Matriarchat war zu seiner Zeit notwendig für den Erhalt und das zusammenhalten einer Sippe. Diese Art sich zu organisieren hatten die Menschen von der Mutter Natur abgeguckt, denn bei vielen Tieren die frei in der Natur lebten, war das Leittier der Gruppe ein Muttertier. In der Zeit als die Menschen noch als Sammler lebten war ein derartige Gesellschaftseinrichtung notwendig und konnte sich durchsetzen. Später aber als die Menschen Jäger und Ackerbauer wurden änderte sich das.

 

1.1.4. Wer schuf die Zivilisationen der neuen Steinzeit in Dazien.

 

Antworten auf diese Frage gibt es viele, aber wo viele Antworten sind, da sind sie auch verschieden von einander. Der deutsche Gelehrte, Carl Schuchhard, betrachte mit recht, die bemalten Keramiken als „höchststehende Kunst“ und schrieb sie den Traken zu. Ein anderer Wissenschaftler, der französische Antropologe, Eugène Pittard, behauptete: „... nichts kann uns mehr daran hindern anzunehmen, daß diejenigen Bewohner, welche in der Moldau die Grabhügel schon in der Neuen Steinzeit errichteten, dieselben sind, welche später von den Historikern der Antike Daken und Geten genannt wurden.“ Unter den rumänischen Gelehrten hat auch Ioan Andrieschescu (Ioan Andrieşescu) die selbe Meinung. Das heißt, die Bewohner dieser Territorien, aus der letzten Periode der Neuen Steinzeit gerade die Daken und Geten waren, welche zur großen Familie der Traken gehörten.

Doch es gibt auch eine andere Meinung unter den Landes Gelehrten, zu diesen zählt auch Vasile Pârvan; das heißt, daß in den Karpaten und Donau Gebieten auch andere Völker gelebt haben können und neu angekommene, welche die alten Zivilisationen ihrer Vorgänger nicht zerstörten. Dieser Meinung nach erscheint es klar, daß Daken und Geten Menschen der Bronzezeit sind und in diesen Territorien lebten schon 2 000 – 1 800 Jahre v. Chr. Das bestätigt noch einmal, daß die ersten schriftlichen Dokumente aus der Zeit beweisen: Die Dako - Geten sind Einheimische dieser Gebiete zwischen der „Karpatenburg“ bis zur Donau und zum Schwarzen Meer. In unserer Zeit gibt es mehrere archäologische Dokumente und Funde welche diese Meinungen unterstützen.

 

1.1.5. Daken oder Geten.

 

Die Daken und Geten bildeten das selbe Volk, trugen aber verschiedene Namen, die ihnen die benachbarten Völker gegeben hatten: Die Griechen nannten sie Geten, die Römer Dai oder Daken. Aber auch die einen, wie auch die andern kannten beide Benennungen. Die archäologischen Funde bezeugen es schriftlich und beweisen ihre ständige Präsenz und Teilnahme an den großen Etappen der Entwicklung aus dem Südosten Europas, schon seit dem 7. – 6. Jahrhundert v. Chr. Ihre Zivilisation und Politikgeschichte überlagert sich mit der Klassik und Hellenistik Griechenlands und später mit der des republikanischen und kaiserlichen Roms und endet mit der Dako - Romanischen Synthese eines neuen Volkes. Die Dako - Geten geörten zu dem grossen Indo - Europäischen Zweig der Traken, die in

einem sehr großen Areal Europas verbreitet waren. Im 7. – 6. Jahrhundert v. Chr. Schythen, aus dem Volk der Iraner, aus der Nord- Pontischen Steppe, kommen in Berührung mit den Geten und Agatirschen aus Transsilvanien. Von den Schythen sind etliche Münzen erhalten geblieben, die in der Dobrutscha oder Schythia Minor geprägt wurden,

In seiner Expansion wird der persische Kaiser, Darius, mit den Schythen in Konflikte verwickelt und zieht gegen diese, um das Jahr 514 v. Chr., in den Kampf. Sein Heer war sehr stark! Unterwegs unterwerfen sich ihm mehrere Völker kampflos. Aber die Geten leisten einen erbitterten Widerstand und wurden besiegt, „...trotzdem sie die besten und tapfersten Krieger der Traken sind“, schreibt Herodot zu seiner Zeit..

Auch die Griechen wandern nach Norden und gründen an der westlichen Küste des Schwarzen Meeres mehrere Städte schon am Anfang des 7. Jahrhunderts v. Chr. Tomis (Constanţa), Callatis (Mangalia), Dionysopolis (Balcic, Bulgarien) u.a. In all diese neu gegründeten Städten bringen sie neue Soziale- und Organisatorischeformen, wie auch Kulturen aus ihren Heimatstädten mit. Sie waren erfahrene Geschäftsleute und trieben Handel mit den Geten. Sogar in den Bergen, tief im Landes inneren der Geto-Daken hat man Amphoren aus Rhodos, Heracleea, Thassos, Sinope, und aus anderen Teilen der Hellenischenwelt gefunden. Griechische Handelsmünzen waren überall im Umlauf.

Auch die Kämpfe mit den Macedonischen Herrschern bleiben nicht aus, besonders in der Zeit von 359 – 336 v. Chr. Die Bedrohungen der Geto-Dakischen Gebiete häuften sich mehr und mehr. Auch die Kelten blieben nicht aus. Ihre Expansion reichte bis an den Bosforus und Klein Asien. Im Norden des Landes erscheinen die germanische Völker immer öfters und bedrohen seine Grenzen...

Um das Jahr 50 v.Chr., vereint unter der Herrschaft von König Burebista, gewinnt die Macht der Geto-Daken an Bedeutung. Strabo schreibt in der Zeit: „Er, Burebista, konnte sein Volk für den bevorstehenden Kampf vorbereiten durch Gediegenheit und den Gehorsam seinen Befehlen gegenüber.“ Auf diese Weise konnte er einen mächtigen Staat einrichten und unterwarf auch andere Völker die an den Grenzen der Geto-Daken lebten. Von den benachbarten Völker wurde er gefürchtet. Sogar die Römer sahen in seiner Stärke eine Bedrohung ihrer Macht. An der Donau bekämpfte er die Kelten siegreich.

Strabo beschreibt die Wirklichkeit der Zeit, denn Burebistas Staat war stark und ausgedehnt: Von der Küste des Schwarzen Meeres bis zu den Haemusbergen und Olbina, von der Mündung des Bugflusses bis nach Bömen, Die Hauptstadt war Argedava, am Argeschfluss oder im Banat bei Arcidava. Das Heer Burebistas zählte ca. 200 000 Mann. Diese Zahl war möglich, wenn man bedenkt wie groß das Volk der Geto- Daken damals war.

Für Rom war der große Daken Staat jenseits der Donau eine grosse Gefahr. Caius Iulius Caesar dachte schon an einen präventiven militärischen Schlag gegen die Geto-Daken und bereitete um das Jahr 44 v. Chr. einen großen Feldzug vor, aber durch das pötzliche Attentat im Senat zu Rom wurde dieser vereitelt aber nicht vergessen. Bald darauf wurde auch Burebista das Opfer einer politischen Verschwörung, denn selbst in den eigenen Rehen gibt es auch Unfreunde, die ihren schmutzigen Zielen nachgehen und dann wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt tückisch zuschlagen. Nach seinem Tod zerviel das grosse Daken.Reich welches der grosse Daken König erscaffen hatte, in viele kleine Staaten die keine berohenden Heere aufstellen und unterhalten konnten. Also hatten die Daken oder Geto -Daken nicht mehr die wuchtige Schlagkraft wie zu Burebistas Zeit. Nun konnten die Römmer mit voller Wucht in die Balkanhalbinsel vorrücken mit ihren Legionen bis an das rechte Ufer der Donau.und kurz daraf bis zur Dobrutscha, welche schon 29 - 27 v. Chr. besetzt worden war. Die Bedrohung ist gross und der Krieg unausweichlich. Die Römer erhöhen den Druck von außen damit die Geto-Daken sich nicht in Ruhe sammeln und vereinen können. Die entscheidende Konfrontation beginnt im Jahre 85 n. Chr. Die wiederholten Kämpfe dauern über zwei Jahrzehnte. Zehn Jahre der Unruhe in den das Land verwüstet wurde und keine Schlagkräfrtige Armee aufstellen konnte.

 

1. 1. 6. Die Eroberung des Geto-Daken - Reiches.

 

Cassius Dio schreibt über König Decebal (Detschebal): „...Er war erfahren in der Kriegsplanung und sehr geschickt in deren Verwirklichung; er wußte wann sich die beste Gelegenheit ergab den Feind anzugreifen oder sich zur gegebenen Zeit zurückzuziehen. Er war gwandt im Fallen stellen, ein guter Kämpfer, weise genug den Sieg auszunutzen oder aus einer Niederlage gut davonzukommen. Er kannte sein Land, seine Landsleute und deren Gewohnheiten und Kampffähigkeiten, die oft zum Sieg verhalfen. Im Jahr 85 n. Chr. überschreiten die Daken unter seiner Führung die Donau und besiegen eine römidche Armee, die unter dem Kommando des Gouverneurs von Untermösien, Oppius Sabinus, stand. Er fällt in der Schlacht! Dann bricht eine andere römische Armee in das Dfakenland ein, zieht das Alttal entlang, wird aber im Jahr 87 n. Chr. vernichtend geschlagen, wobei der Kommandant Cornelius Fuscus, umkommt. Ein dritter Angriff der Römer, angeführt von General Tettius Julianus, im Banat, bei Tapae, ist erfolgreich für diese. Decebal verlangt einen Waffenstillstand. Die Boten werden von seinem Bruder, Diegis, angeführt. Kaiser Domizian nimmt diesen Vorschlag an, die Bedingungen sind sogar vorteilhaft und das kommt gleich mit der offiziellen Anerkennung des Dakenstaates - Aber nun findet eine neue Konfrontation unter Kaiser Trajan (98 –117 n. Chr.) statt, in der Geschichte bekannt als der „Optimus Princeps“, ein Model für seine Nachfahren.

In der Zeit als Kaiser Augustus Herrscher war gingen die Römer mit den eroberten Beuten nicht sparsamer um als ihre Vorfahren. Im Gegenteil sie wollten mehr und mehr. Die Reichtümer der Geto-Daken waren schon lange kein Geheimnis mehr. Es war ein fruchtbares Land und reich an Bodenschätzen, besonders das Gold aus den Westkarpaten, lockte Abenteurer und Herrscher in gleicher Weise an. Für Trajan war die Eroberung des Dakenreiches nicht nur ein strategisches Imperativ, es ging ihm mehr um das Wirtschaftliche, denn sein Land brauchte neue Hilfsquellen. Im Frühjahr 101, überquerten zahlreiche römische Truppen die Donau im Banat, bei Drobeta-Turnu Severin und rücken nach Nordosten vor bis an den Bistrafluss, dem Eisernen Tor entgegen, dann in Richtung Transsilvasnien, mit dem Endziel, die Hauptstadt Sarmisegetusa (bei Broos) zu erreichen. Abb. 002 Sarmisegetusa, H-stadt d. DakenDer frühe Einbruch des Winters hindert die römischen Truppen weiter zu ziehen. Aber die Daken, vereint mit ihren Verbündeten, den Sarmathen, starten einen Gegenangriff, in der

Dobrutscha, aber der Angriff wurde mit grossen Verlusten zurückgedrämkt. Doch in dem

darauf folgenden Frühjahr 102 n. Chr. starteten die Römer eine grosse Ofensive im Westen und durchbrachen nacheinander jeden Widderstand, dann standen sie vor Sarmisegetusa, der Hauptstadt des Reiches. Decebal musste hart kämpfen, aber es half nichts. Geschlagen und geschwächt musste er zurück treten und erlangte einen erniedrigenden Frieden, weil dieser seine Staatsmacht sehr stark beeinträchtigte. Er wurde zu einem gehorsamen Alliierten der Römer gemacht und deren Interessen untergeordnet. Sein stolzer Charakter wie auch seine ausgeprägte Persönlichkeit und der Glauben an die Freiheit hatte eine neu militärische Konfrontation zur Folge, Diese war hoffnungslos, aber ohne Kompromiß. Im Juli 105, mit verstärkten Truppen unter der Führung Trajans, überschreiten die Römer die Donau, bei Drobeta-Turnu Serverin, über die von Apollodorus aus Damaskus gebaute Steinbrücke und ziehen das Alttal hinauf. Ein Teil der dakischen Kämpfer ergeben sich ohne zu kämpfen, wieder andere leisten einen erbitterten Widerstand. Aber die Übermacht der Römer ist zu groß. Alle Stützpunkte der Daken fallen einer nach dem andern. Plötzlich stehen die römischen Legionen vor der Hauptstadt, Sarmisegetusa. Diese fällt, aber vorher wurde sie von ihren eigenen Bewohnern in Brand gesteckt und gänzlich zerstört. Decebal wird verfolgt und begeht, in den Bergen von Broos, Selbstmord zusammen mit seinen besten Hauptleuten. Decebalskopf und seine rechte Hand werden in Trajans Hauptquartier, aus der Ortschaft Ranisstorum, gebracht. Im August 106 n. Chr. wird Dazien zu einer kaiserlichen Provinz erklärt. Das Geto-Dakenreich war nun Geschichte. Die neue Hauptstadt hieß Ulpia-Trajana. Die Beute die Trajan nach Rom brachte war reich, sehr reich sogar, daß das ganze Römische Kaisereich daran wirtschaftlich gesundete und viele Bauten und Monomente hinterließ. Aus dieser Zeit stammt auch die berühmte „Trajanssäule,“ 40 m hoch, so steht diese auch heute noch mitten im Forum zu Rom und wird bewundert von den Einheimischen sowie von den vielen Touristen welche die Stadt der ieben Högeln Jahr für Jahr besuchen. Rom hat in unserer Zeit die damalige politische Bedeutung eingebüßt, aber nicht als Qulle der Künste.

 

1.1.7. Über die Zivilisation der Geto-Daken

 

Durch Macht und Habgier wurden die beiden Staaten der Geto-Daken welche Burebista 1und Decebal aufgebaut hatten zerschlagen, aber seine einheimischen Bewohner blieben, auch wenn sie sich für einige Zeit „in die Wälder zurückzogen.“ Wenn Burebista, schon in der Zeit, eine stattliche Armee von 200 000 Mann aufstellen konnte, das bedeutete, daß sein Staat nicht ein Völkchen war, sonder ein großes Volk, das sich an den ausgedehnten Gebieten seines Landes messen konnte. Ein Volk mit solchen Möglichkeiten, konnte man Abdanke nicht mit einem Schlag vernichten, auch wenn es sich um die „Römischekeule“ handelte: Die Gete-Daken waren viele und blieben in ihrem Land in ihrer Heimat, denn die römischen Legionen konnten nicht jede Höhle oder jede Bergspitze unter ständiger Beobachtung halten.

Der Gelehrte aus der Antike, Ptolemeus, schreibt im 2. Jh. n.Chr. daß in den Gebieten nördlich der Donau 12 Stämme lebten die zu den Geto-Daken zählten, unter welchen die (predavensis, biefis, albocensis, ratacensis, buridavensis, costobocken, caucoensis, piefigis), was schriftliche Quellen beweisen. Aber auch weitere 7 Stämme, darunter auch die Karpen, nach welchen die Karpaten benannt wurden, die Apullier, nach denen die Stadt Weißenburg, Apulum, genannt wurde, die Tyrageten, oder die Geten am Tyras. Zurück blieben die Einheimischen welche sich den Römern unterworfen hatten, die Frauen und Kinder, daß heißt also faßt drei viertel der gesamten Bevölkerung. Aber auch die Soldaten Dercebals wurden nicht alle hingerichtet. Viele von ihnen gingen in die Wälder, nur die älteren Jahrgänge blieben zurück. Auf diese Weise war die kaiserliche Provinz Dazien (Transsilvanien), wie auch die anderen Provinzen, jenseits der Karpaten, Moldau und die Walachei, auch weiter hin gut bevölkert.

Archäologische Funde bestätigen, daß diese Gebiete ständig von ihren Ureinwohner bewohnt worden waren und nach der Zivilisation der Geto-Daken bis ins 4. Jh. n.Chr. dort lebten. Weitere Dokumente beweisen, daß dakische Männer zu den römisch - kaiserlichen Truppen, als Infanteristen und Kavalleristen eingezogen wurden und gelangten auf diese Weise bis in die Garnisonen aus Panonien (Ungarn), Noricum (Österreich) und bis Bretanien. Diese unterschieden sich leicht von den anderen Soldaten der Armee, durch die Charkteristik ihrer dakischen Namen, wie: Decibalus, Dida, wieder andere dakische Soldaten gelangten bis in den Irak. Sogar die Kleidung die sie trugen sieht der heutigen Bekleidung sehr ähnlich.

Die Geto-Daken kannten Ackerbau und Viehzucht, Weinbau, Gartenbau mit Obstbäumen, Imkerei, Fischerei, förderten Salz aus den reichen Salzgruben, trieben Bergbau und Bearbeitung der Metalle. Sie stellten Schmuck aus Silber und Gold her, durch Gießen oder Klopfen. Ebenso war die Keramik und Töpferei bekannt. Sie trieben Handel und hatten die eigenen Silber- und Kupfermünzen im Umlauf. Es ist interessant was Criton, Trajans Leibarzt über Decebal schreibt: „ ... während einige über die gestellt waren, welche den Acker mit Ochsengespannen bearbeiteten, andere - die dem König näher standen – überwachten und sorgten für die militärischen Festungswerke.“

Den archäologischen Funden nach zu urteilen, lebten die Geto-Daken in Dörfern und Städten. Sie bauten Häuser aus Holzbalken oder aus einem Rutengeflecht, das mit Lehmklumpen, gemischt mit Stroh oder Spreu, beworfen wurde, um mehr Schutz gegen die Kälte zu bieten. Die Häuser waren einfach und auf Holzständer gestützt.

Sie waren in zwei soziale Klassen eingeteilt: Die Adligen (Tarabostes) und die Komati (die einfachen Leute). Zum Unterschied trugen die Adligen ein „Käppi“ aus Schafwolle oder Filz, so ähnlich wie die Friesen, daher auch die Benennung der Adligen, „die Pileaten“ (von pileum = Käppi oder Haube). Die einfachen Leute trugen keine Kopfbedeckung, dafür aber lange Haare und hießen darum „die Komati“ (von coma = coama = Mähne). Auch in unserer Zeit tragen viele Rumäner lange Haare, insbesondere ältere Leute ziehen es vor ihre langen und dichten "Mähnen" zu tragen.

Die Geto-Daken waren gute Kämpfer und disziplinierte Soldaten. Ihrer Waffen waren: lange zweischneidige oder kurze Schwerter, Lanzen, Speere, Steinschleudern, Äxte und Keulen. Ihre Fahnen trugen eine Wolfskopf aus Metall, mit offenem Mund und Gewälltemkörper wie eine Schlange. Bei scharfem Ritt strömte die Luft in den offenen Rachen des Wolfes und erzeugte einen zischenden Pfeifton wie bei einer Schlange...

 

1.1.8. Die Ethnogenesis des rumänischen Volkes.

 

In der von den Römern besetzten Provinz „Dazia-Trajana, wie auch in den anderen Provinzen, lebten die Daken auf dem Land in kleineren oder größeren Dörfern. Sie hatten nichts mehr zu verlieren. Sie arbeiteten viel, säten und brachten die Ernten ein und versuchten zu überleben. Mit allen Verlusten welche die Bevölkerung der Dazier, während der beiden Feldzüge Trajans erlitten hatten. Trotzdem auch in den Städten noch viele Menschen lebten und genug römische Siedler sich im Land aufhielten, war die Zahl der Bewohner auf dem Land überwiegend.

Eine Erklärung dafür, daß der Romanismus als essentiell – sprachliches Hauptelement auf der linken Seite der Donau erhalten blieb, ist dem Trägern einer höheren Zivilisation zu zuschreiben, weil die Menschen des Landes, die Einheimischen Geto-Daken, die seit 2000 Jahren in den Gebieten der Theis, Karpaten, Donau und Schwarz Meer lebten, diese Überzeugung gewonnen hatten. Dank den sprachlichen Forschungen, die in der letzten Zeit von Professor I. I. Russu aus Klausenburg vorangetrieben werden, wurde festgestellt, daß über 160 Wörter (rumänischer Ausdrücke) geto-dakischen Ursprung haben, das ergibt bei 1600 Wörtern aus dem Grundsprachlichenfond, ungefähr 10 %. Dieser Prozentsatz umfaßt ein breites Feld der Umgangssprache, also Wörter die im täglichen Gebrauch vorkommen.

Von den Geto-Daken stammen auch viele Ortsbenennungen, wie: Donau (Dunaris), Argesch (Argessos), Samosch (Samus), Altfluß (Aluta), Theis (Pathissus), Miresch (oder Maris, wie Herodot ihn nannte), Abrud (Abrittus), das Dorf, Tăpia (Tapae) etc. In die rumänische Sprache wurden viele Wörter aus der lateinischen, wie auch aus der geto-dakischen Wortschatz übernommen ohne die Vermittlung der slawischen Sprache. Wenn die Ortsnamen verschiedener Städte nicht mehr vorkommen, dann muß man daran denken, daß es eine natürliche Folge der verlängerten Kriege war, in denen so manche Städte gänzlich zerstört, aber nie mehr aufgebaut wurden.

Die älteren Menschen der heutigen Generationen können sich noch gut daran erinnern wie verheerend die Folgen der beiden Weltkriege waren. Psychisch leiden auch heute noch viele Menschen darunter. Wie viele ethnische Minderheiten waren und sind gezwungen ihre Muttersprache zu vergessen, auch wenn es bloß um Dialekte oder Mundarten ging. Weltsprachen die früher in der Politik oder Diplomatie eine große Rolle inne hatten, werden verdrängt und andere nehmen ihren Platz ein. Nichts ist beständig, alles ist dem Wechsel unterworfen, verläuft aber nicht immer so glücklich oder vorteilhaft, wie in der Ethnogenesis des rumänischen Volkes. In solchen Eroberungsfällen geschieht es öfters so, daß die Unterworfenen Völker assimiliert werden, sei es durch politischen Zwang oder materiellen Vorteil. In diesem Fall brachte das Schicksal oder die Geschichte zwei Völker zusammen, warf sie in den Schmelztiegel des Zusammenlebens und gebar ein neues Volk, mit einer neuen Sprach, daß in dem Lebensraum ihrer Urväter weiter lebt.

Im Sommer des Jahres 106, gründet Kaiser Trajan eine neue römische Provinz, im Norden der Donau. Demnach gehört Dazien zu dem römischen Europa, der fortgeschrittenen Welt und der selben Zivilisation, die auch heute noch als Fundament der europäischen Kultur gilt. Durch seine Besetzung durch die Römer, erlebt Dazien nun auch die andere Seite der Besatzung: sozial, wirtschaftlich, kulturell, wie auch in Verwaltung und Rechtswesen erlebt es einen Aufschwung, wie alle andern Provinzen des Römischen Reiches aus der Zeit. Historiker oder Ethnologen die sich mit der geschichtlichen und politischen Entwicklung der von Rom besetzten Länder befassen kommen zu interessanten Folgerungen nämlich, daß diese besetzten Länder schon früh in Politik und Verwaltug eine günstige Eintwicklung erfahren haben.

Während der Herrschaft Trajans gehörte das Banat, Oltenia und der größte Teil Transsilvaniens zu der neuen Provinz „Dazia-Trajana.“ Die Walachei, von der Ostseite des Altflußes angefangen bis zum Süden der Moldau und Dobrutscha gehörte seit dem 1. Jh. n.Chr. zu der römischen Militärbesatzung aus dem unteren Mösien ( Moesia). Diese Bezeichnung stammt aus der Antike und bezieht sich auf die Landschaft zwischen der unteren Donau und dem Balkangebirge, etwa dem heutigen Serbien, Nordbulgarien und teilweise der rumänischen Dobrutscha; von den Römern 29/28 v. Chr. unterworfen. Unter dem kommandierenden Statthalter, Tiberius Plautius Silvanus, wurden 100000 Menschen zusammen mit ihren Stammesführern und Sippenhäuptern aus dem transdanubianischen Gebieten Ausgesiedelt und in die skythischen Territorien angesiedelt und geteilt in Unter- und Obermösien. Während der Völkerwanderung überschwemmten es die Germanen, Doch die römischen Siedlungen, in Städten und Dörfern hielten sich bis ins 6. und 7. Jh. n.Chr.

Die römische Amtsgewalt, Zivilisation und Kultur übte auf die Moldau eine ständigen Einfluß von beiden Seiten aus: Von Süden und Südosten die Donau entlang und von der andern Seite über die Küste des Schwarzen Meeres, bis zur Stadt Tyras am Ufer des Dnjestrs (1352 km lang); aus dem Westen, aus Transsilvanien, welches durch sehr vielen Verkehrswegen und Stegen mit den Gebieten der Unteren Donau verbunden war. Die Präsenz der Römer, in dem 2.–3. Jh. n. Chr. in der Walachei und der Moldau ist, durch eine bedeutende Sammlung an Münzen und Gegenständen, bestätigt.

Eine gegenseitige Abhängigkeit der dakischen Gebieten, aus dem Norden der Donau, war ein notwendiges Imperativ für die römische Herrschaft und deren ständige Aufsicht und Kontrolle der Gebiete der Walachei, östlich von Atlfluß, wie auch über die Moldau, besonders aus der südlichen Gegend bis Tyras und der westlichen Teile. Solange die Römer die Kontrolle über diese ausgedehnten Territorien fest hielten, war auch das Verhältnis der Macht und Stärke vorteilhaft für sie. Auf diese Art und Weise war auch die Provinz Dazia-Trajana besser geschützt und konnte sich in Ruhe schneller weiter entwickeln.

Als dieses Verhältnis gestört wurde und sich zum Vorteil der Karpen (ein dakischer Stamm) und den Goten zuneigte, daß diese bis zuletzt, die Herrschaft über die Moldau und Walachei übernahmen. Mußte die Provinz Dazia-Trajana, von den Truppen und offiziellen Behörden, geräumt werden.

Angezogen von den Reichtümern der neuen Provinz, Dazia-Trajana, kamen viele Menschen und versuchten ihr Glück. Aus Italien kamen wenige als Siedler, denn die meisten kamen als Verwaltungsbeamte, in den ersten Jahren nach der Eroberung Daziens. Aber aus den andern Provinzen des Römischen Reiches kamen mehrere. Doch die meisten blieben in den Städten oder sie wanderten weiter. Die ersten Wellen dieser Zuwanderern erhöhten fühlbar die Bevölkerung der Städte, wo die neuen Siedler schon in der Mehrzahl waren. Aber auf dem Land war es umgekehrt, dort waren die Einheimischen in der Mehrzahl und lebten nach ihrer Kultur und Zivilisation, unter römischem Einfluß und Verwaltung, auf diese weise waren sie gezwungen die Lateinische sprache zu lernen....

Am Anfang, um die Jahre 118/119 n. Chr. gab es eine einzige Verwaltungseinrichtung, unter Kaiser Hadrian. Doch nach diesen Jahren wurde es aufgeteilt in:

- das Obere Dazien – das heißt der nördliche Teil.

- das Untere Dazien – das heißt der südliche Teil und

- schon am 10. August 123 gab es auch Dazia Porolissensis.

Die Provinz wurde von einem Statthalter des Kaisers verwaltet dem, „Legatus Augusti propraetare“ später erhielt dieser als Zusatz den Titel „ Trium Daciarum.“ Den Hauptsitz hatte er in Sarmisegetusa, wo sich auch der gekrönte „Hohepriester“ aller Daken aufhielt. Nach dem Jahr 118 n.Chr. wurde dessen Sitz nach Apulum (Weißenburg) versetzt. Er bekam noch drei Helfer, die „Procuratores“, welche für die Finanzen der drei Teile Daziens zuständig waren. Zur allgemeinen Verwaltung hatte Dazien noch ein „Concilium Provinciarum“ das aus 100 Personen zusammengesetzt war.

Von den über 100 000 Soldaten die an den Felszügen beteiligt waren, blieben in der neuen Provinz, die XIII. Legion, Gemina, 6 000 Mann stark, mit dem Hauptsitz in Apulum. Dazu gab es noch andere Militärkorps und Gruppierungen, verteilt in kleinere Garnisonen der Provinz. Später als sich die feindlichen Einbrüche wiederholten, wurde auch die V. Ligion, Macedonica, zum Schutz herangezogen. Als Die Karpen und verschiedene Völker die sich auf der Wanderung befanden immer öfters angriffen, befestigten die Römer mehrere Städte mit starken Schutzmauern – viele Straßen wurden ausgebaut, mit Steinen oder Brandziegeln gepflastert, manche wurden nur mit Stein und Schotter aufgeschüttet.

Die sozialen Verhältnisse waren denen aus dem Kaiserreich ähnlich, mit mehreren Kategorien von Beamten, wie: die von hohem Rang bis zu den kleinen Beamten aus Städten und Dörfer, Magistraten verschiedener Stufen, verschiedene Handwerker, Eigentümer große, mittlere und kleine, verschieden Händler und das Militär mit ihren vielen Rangen und Graden. Leider gab es auch Sklaven und unfreie, auch Steuern wurden gezahlt die oft zu belastend waren. In der ersten Zeit nach der Einnahme Dacien durch die Römer, war die sprahliche Verständigung das grösste Hindernis für Sieger und Besiegte um sich besseer kennen zu lernen. Mir der Zeichensprache allein kam es zu vielen Missverständnissen...

 

1.1.9. Die Römer in der Ethnogenesis des rumänischen Volkes.

 

Die römische Herrschaft in der Provinz Dazia-Trajana dauerte 170 Jahre (ab 106 – 275 n. Chr.), das heiß also an die 5 Generationen. Diese Zeitspanne stellt die entscheidende Etappe der „daco-romano“ Synthese dar. Es ist die Synthese welche das rumänische Volk, „in seiner ursprünglichen Wiege gebar.“ Wie war das möglich. Es war möglich, weil das „Leben“ und die geschichtliche Entwicklung diesen Weg ebnete. Ungefähr 200 Jahre vor diesem geschichtlichen Ereignis begannen die ersten Beziehungen der Geto-Daken zu der römischen Welt und dauerten fort. Es waren in erster Reihe Handelsbeziehungen, die mit der Zeit auch einen politisch – kulturellen Charakter annahmen. Zeitgemäß verlängerten sich diese Beziehungen auch weiter hin , von 275 – 7. Jh. n.Chr.

Auch wenn viele Historiker das nicht so sehen, spricht die Realität eine andere Sprache. In Dazien hat sich die romanische und dako - romanische Bevölkerung durchgesetzt, weil sie einer höher entwickelten Zivilisation angehörten. Auf diese Weise konnten sie während der Völkerwanderung mehrere von den kleineren Völkern assimilieren, ohne dem Einfluß dieser zu verfallen. Der Romanismus gwann die Oberhand in Dazien, eben weil dieser einer höher entwickelten Zivilisation und Kultur vertrat.

So läßt es sich eigentlich erklären, von wo die Romanität ihre Kraft und den Widerstand hernahm und über Zweijahrtausende überdauerte, denn nur die römischen Siedler, hätten eine solche Realität, in der Antiquität, allein niemals bestimmen können.

Die Ethnogenesis, eines neuen Volkes, begann zu erst in den Städten, wo die römischen Siedler meistens in der Mehrzahl waren und die Zwischenmenschlichekontakte viel enger waren wie auf dem Land. Der von den Römern mitgebrachte Komfort, die materielle Zivilisation und Kultur zogen die Stadtmenschen, wie auch die aus den umliegenden Gegenden schnell an. Die offizielle Umgangs Sprache war Lateinisch, also um mit der Verwaltung und den Behörden zurecht zukommen, mußte man ihre Sprache lernen. Im Handel war es eben so.

Aber der Einfluß der lateinischen Sprache machte sich auch auf dem Land spürbar, wenn auch langsamer wie in der Stadt, aber lernen mußten sie die lateinische Sprache dennoch, um sich mit den Dorfbehörden und den reichen römischen Kolonisten zu verständigen. Den größten Beitrag zur Verbreitung der lateinischen Sprache auf dem Land erbrachten aber die Veteranen Militärs der Römer. Die meisten dachten nicht mehr an Rom. Sie heirateten Einheimische Frauen und ihre Kinder und Kindeskinder lernten eine neue Sprache. Der Romanisierungsprozeß in Dazien war von Anfang an ziemlich beschleunigt, das kann man auch an der Art wie sich die Namen der Ortschaften wechseln und anpassen erkenne.Dieser Beschleunigunsprozes hatte auch eine sofortige Wirkung auf das Zusammenleben der Römer und Daken, weil sie zusammen wirtschaftliche leichter und schneller voran kamen mit vereinten Kräften. So enstand im Schmeztiegel der Zeit ein neues Volk mit einer neuen und eigenen Sprache...

 

1.1.10. „Dazia - Aureliana“ im 3. Jh. n. Chr.

 

Unter der römischen Herrschaft wurde Dazien eine Blühende Provinz. Doch die wiederholten Einbrüche, in den Jahren 217 – 275 n. Chr. schwächen die römische Militärgewalt mehr und mehr. Einige von den kaiserlichen Statthaltern versuchen mit vereinten Kräften die Gebiete jenseits der Donau, in den bekannten Grenzen, für Rom zu verteidigen und zu behalten. Doch der Druck der Völker die sich auf der Wanderung befanden wird immer stärker.

Rom kommt zu der Entscheidung die Front zu kürzen, um sie besser Verteidigen zu können. Kaiser Aurelian tut nun das, was auch seine Vorgänger schon oft taten. Er zieht sich zurück und versetz Militär und Verwaltung südlicher der Donau, in die Dobrutscha (271–275). Die neue Provinz nennt er „Dazia Aureliana.“ Der römische Historiker Eutropius schreib über die „Aussiedlung der Bevölkerung aus Dazien, nach Obermösien.“ Dieser Bericht ist undeutlich und erhebt viele Fragen. Wahrscheinlich wurde das Wort „Bevölkerung „ falsch gedeutet oder absichtlich auf diese Art dargestellt“, denn die Vernunft läßt es nicht zu, daran fest zu halten, daß Kaiser Aurelian die gesamte Bevölkerung aus den Gebieten der Provinz Dazien ausgesiedelt hat. Erstens war das nicht in seiner Absicht, denn er brauchte Beweglichkeit, um mit seinen Kriegern und den Verwaltungsbeamten voran zu kommen und diese im Ernstfall zu Verteidigen. Es handelte sich um Millionen Menschen, die Schutz und Unterkunft brauchten.

Die in den Gebieten Daziens verbliebene Bevölkerung, war kein verwirrtes Häuflein das am Wegesrand auf Hilfe wartete. Es waren Einheimische, die ihr Land sehr gut kannten und wußten wo sie Schutz und Unterkunft finden konnten. Wenn die Bedrohung zu groß wurde, „zogen sie sich zurück in die Wälder“, ohne ihr Land zu verlassen. Man soll nicht vergessen, daß in der Zeit Transsilvanien dicht bewaldet war bis hinunter ins Flachland.

Die Ethnogenesis des rumänischen Volkes entstand auf die selbe Art und Weise, wie es bei den andern romaischen Völkern der Fall war. Bei all diesen Völkern gibt es einheimische ethnische Grundelemente, die unter dem Einfluß der lateinischen Sprache zur Synthese kamen und neu lateinische Sprachen entstanden.

Das rumänische Volk, als Nachkommen der Daco–Romanen, lebt auch heute noch in einem Territorium, das sich aus der Kreischebene, der Maramuresch, hin zur „Karpatenburg“ und von dort weiter über diese nach Osten, Westen und Süden zur Donau bis hin zum Schwarzen Meer erstreckt. Auch seine Vorfahren, die Daken und Geten lebten hier, in diesen ausgedehnten Gebieten schon vor 2500 Jahren, bis ins 1.Jh. n.Chr., als es von den Römern immer mehr bedrängt und erobert wurde. In einem langen Prozeß des Zusammenlebens und der Verschmelzung beider Völker, der zwei, drei oder mehrere Jahrhundert dauerte, entstand das rumänische Volk.

Dieses Territorium befindet sich im Norden der Balkanhalbinsel und deshalb wurde es fälschlich oder interessiert von verschiedenen Historikern und Politikern oft dem Balkan Areal zugerechnet. In Wirklichkeit aber, unterscheidet es ich geographisch von dieser, weil es die Karpaten durchziehen, nicht die Balkangebirge und geschichtlich gesehen, hat es in allen Zeiten seine Individualität, Zivilisation, Sprache und politische Existenz beibehalten, trotzdem es oft als Drehscheibe der Völker zwischen Osten und Westen betrachtet wurde.

Die Bodengestaltung dieses Territoriums ist wunderbar. Kurz zusammen gefaßt kann man sagen: Sie widerspiegelt Harmonie, Mannigfaltigkeit, Schönheit und nennenswerte Hilfsquellen. In der Mitte des Landes Befindet sich als Zentralprovinz, das Transsilvanische Hochland (später als Siebenbürgen bekannt). Es ist von den Karpaten umgeben ein liebliches Bergland, mit fruchtbaren Hochebenen, die von unzähligen Flüssen und kleineren Gewässern durchzogen werden. Ein echtes „Wasserhaus.“ Nach Westen wird dieses Hochland, das an das Flachland des Banates angrenzt, durch das Bihorgebirge abgeschlossen.

Nach der Meinung des römischen Historikers, Jordanes, ein Bewundernswertes- und Begehrtesland, eine echte „corona montium“ oder Bergkrone, mit einer passend angeglichenen Höhe. Die Berge dienen dem Menschen und seinen Beschäftigungen. Sie werden durch eine Hügellandschaft verlängert, welche in die tiefer gelegene Ebenen des Flachlandes übergehen. Die gesamte Bodengestaltung des Landes ist dem Menschen entsprechend günstig: Ohne ödes Land oder unerreichbare Höhen.

 

1.2.1. Transsilvanien während der Völkerwanderung 3. bis 12. Jh.

 

Die Völkerwanderung ist schon seit dem 3. Jh. v. Chr. bekannt. Die Goten setzten sich in Bewegung im 1. Jh. v. Chr., verließen Südschweden und machten in den unteren Gebieten der Weichsel halt, um dann im 2. und 3 Jh. n. Chr. in vielfache Bewegung zu geraten die bis ins 6. Jh. n. Chr. dauerte. Aber die große Wanderungsbewegung ganzer Völkerschaften oder Stämme, begann erst am Ende des 3. Jh. n. Chr. und dauerte bis ins 6. Jh. n. Chr. Herkömmlicherweise wird der Anfang dieser Völkerwanderung gleich gesetzt mit dem Hunneneinfall vom Jahre 375. Während bei der großen Wanderung die Ostgermanen (Goten, Wandalen, Burgunder u.a.) ihre alten Siedlungsgebiete ganz aufgaben, behielten die Westgermanen (Alemannen, Franken, Thüringer u.a.) die Verbindung zu ihren angestammten Sitzen. Bei ihnen handelte es sich mehr um eine Ausdehnung ihrer Siedlungen. Im allgemeinen ging die Stoßrichtung der Völkerwanderung nach Westen und Süden, über die Grenzen des Römischen Reiches. Es kam auf dessen Gebieten zu Reichsgründungen: Die Westgoten in Gallien und Spanien, die Burgunder an der Rhône, die Wandalen in Afrika und die Ostgoten in Italien. Als Abschluß der Völkerwanderung gilt der Einbruch der Langobarden in Italien (im Jahr 568 n.Chr.).

 

Zur Beseitigung der römischen Herrschaft in Süd- und Westeuropa trug die Völkerwanderung wesentlich bei. Während die Ostgermanen Reiche von begrenzter Dauer gründeten, bestimmten die von den Franken, Langobarden, und Angelsachsen (im 5.Jh. in England) geschaffenen Königreiche wesentlich die weitere europäische Geschichte. Die große Wanderung der Völker, setzte auch die Slawen in Bewegung. Sie zogen nach Westen und erweiterten ihre Siedlungsgebiete bis an die Elbe (siehe die Wenden).

Über die Völkerwanderung gibt es auch schriftliche Quellen, aber die meisten Kenntnisse liefern noch immer die archäologischen Ausgrabungen, insbesondere die Grabausstattungen. Vom Archäologischen Standpunkt aus gesehen, endet die Völkerwanderungszeit erst mit dem Ende der Reihengräberzivilisation. Im fränkischen Bereich, als man im 8. Jh. n. Chr. vom Brauch der Grabbeigaben abkam. Geschichtlich gesehen dauerte die Völkerwanderung ungefähr ein Jahrtausend (von 275 n. Chr. bis zur Mitte des 13. Jh. n. Chr,), es war eine lange und unruhige Zeit.

Während dieser Zeit lebten die dako – romanischen und rumänischen Gemeinschaften ununterbrochen in ihren angestammten Gebieten, aus dem Norden der Donau, mit der meisten Bevölkerung in Transsilvanien. Zugleich mit den stufenweise gebildeten feudalen Beziehungen und der Entstehung von mehr Marktplätzen und Städten, wächst auch die politische Einrichtung der rumänischen Gemeinschaften: eine Tatsache die schon im 19. Jh. schriftlich bestätigt wurde. Diese Einrichtungen überdauerten die Zeit der Völkerwanderung, aber in kleineren Formationen wie: Knesate und Woiewodate, wegen der ständigen Unruhen konnte diese sich nicht oder nur schwer weiter entwickeln.

Diese Realität betrachten mehrere Historiker aus dem Westen als „eine unglaubwürdige Theorie“, weil eine solche Wirklichkeit nicht in das Bild ihrer politischen Visionen paßt. Der Grazer Geograph, Robert Rössler, vertritt eine andere Theorie, welche nach dem Zweiten Weltkrieg auch von andern Historikern wieder aufgegriffen wurde, nämlich: In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde eine Theorie aufgestellt, die aber keiner wissenschaftlichen Begründungen entsprach, weil diese politische Interessen vertrat, um die damals bestehenden Grenzen zu rechtfertigen, es hieß, das nach dieser Theorie, „...Transsilvanien in den Jahrhunderten 9 und 10 ganz entvölkert war (ein Niemandsland), in das sich die Rumänen, mit ihren Schafherden heimlich hinein schlichen, besonders zu Beginn des 12. bis zum 13. Jh., sich dann schnell vermehrten und zur Mehrheitsbevölkerung des Landes wurden.“ Eine interessante Theorie, aber glaubhaft kaum...

Während der großen Wanderung durchzogen mehrere Völker das Land, manche blieben längere Zeit, wieder andere wurden assimiliert. In den Jahren 275 bis 566 kamen die germanischen Völker und die Hunnen.; vom 6 bis zum 10. Jh. folgten die Slawen, die mit den Rumänen zusammen lebten und mit der Zeit zum Teil assimiliert wurden. In der selben Zeit kommen auch die Bulgaren und bilden ihr „Zarat“, südlich der Donau, es folgen de Serbo - Croaten und die Ungarn die sich in der Panonischen Ebene niederlassen. Die dritte Periode, vom 10. bis zum 13. Jh., bringt die Völker der Petschinegen, Kumanen, Mongolen und Tataren, wie auch die Stufenweise Besetzung Transsilvaniens durch die Ungarn, welche sich aus dem anonischen Flachland immer öfters nach Süd- und Südost wenden um neues Land zu gewinnen, aber immer öfters auf heftigen heftigen Widerstand stoßen, weil auch die Nachbarstaaten besser organisierten...

Die Wirklichkeit widerspricht Robert Rösslers Theorie, denn die Provinz Dazien oder Transsilvanien war kein Niemandsland, in das man ungehindert hinein mar- schieren konnte. Die Dako - Romanen und Rumänen haben ihre angestammten Gebiete, aus Transsilva- nien, der Moldau und der Walachei niemals ganz verlassen, wie das so mancher Historiker sieht, dafür aber gibt es mehrere schriftliche Dokumente und Funde aus den archäologischen Forsch- ungen die das bestätigen. Anderseits gibt es auch die vielen Ortsnamen (Toponyme) in lateini- scher Sprache die das zur Genüge bestätigen. Auch schriftliche Bezeugungen, anderer Nationen sind keine Seltenheit. König Belas, Notar, Anonymus, verzeichnet in seiner Chronik, daß die ungarischen Hauptleute erfahren haben, was für ein gutes Land Transsilvanien und Ultrassilvanien ist, dort wo Gelou, Blachus dominum, herrscht. Dieser hatte sich dem Vordringen der Ungarn widersetzt und nach drei harten Schlachten fiel er im Kampf. Auch der ungarische Historiker, Balint Thomas, bestätigt das es in Transsilvanien mehrere Knesate gab: In den Kreischgebieten das von Menumorut, ein anderes im Banat, wie auch das von Glad, doch ohne das ständige Eindringen und Vorücken der Ungarn ins Kreischgebiet, Banat und Transsilvsnien, hätten die Rumänen noch grössere Woiewodate einrichten können, sowie es dann später der Fall war. Aber auch die in so widerwärtigen Lagen gegründeten Knesate und Woiewodate waren gar nicht kleiner wie in der westlichen Welt, wo der Feudalismus noch nicht gefestigt war. Man erinnere sich bloss an Deutschland zur Zeit Bismarcks da gab es über 300 Kleinstaaten, doch das Woiewodat von Monumorut konnte man mit vielen westlichen Staaten des 10. Jahrhunderts vergleichen. Eine Anekdote erzählt folgendes: "Schon in den alten Zeiten hat die Jagd dem grosse Freude gamacht. Damals ging er Sammeln und Jagen um zu überleben, in unserer Zeit geht er Jagen aus Freude am Sport nicht bloss am Morden. Aber 10. Jahrhunder erhob dieser Spor in Deutschland so manches Problem, welches mit Krieg enden konnte. Warum? Manche Staaten waren so klein, dass ein Jagdhund sich nicht hinsetzen durfte, weil sein Schweif dann im Nachbarstaat reichte".

Ein ukrainer Chronist schreibt, „... als die Ungarn die großen Berge (Karpaten) überschritten hatten, fingen sie an zu kämpfen mit den Volohen (Walachen) und Slawen die in dem Land lebten.“ Auch die späteren Chroniken aus dem 13. und dem 14. Jahrhundert erwähnen die Slawen und das bedeutet daß schon im 10. Jh. der fortdauernde Prozeß der slawischen Assimillation sehr stark fortgeschritten oder faßt abgeschlossen war. Die einheimische Bevölkerung befand sich in einem beschleunigten Prozeß der Entwicklung feudaler Beziehungen. Im 11. Jhr. konnte sich Transsilvanien nur mit Mühe noch als „Freierstaat“ dem Hause Arpad gegenüber behaupten, weil der Drang der letzen Wälle der Völkerwanderung immer heftiger wurde, welcher Zeitweilig auch Ungarn schwächte. Im Jahre 934 unternahmen die Petschinegen, welche sich im Norden des Schwarzen Meeres festgesetzt hatten, mehrere von den schon unternommenen Feldzügen, zusammen mit den Ungarn, gehen Byzanz und festigen ihre Stellung an der unteren Donau. Der Sieg des ungarischen Anführers Tuhatum über Gelu am, Anfang des 10. Jh. war von kurzer Dauer in Transsilvanien, ein Zeugnis davon sind auch die kleine Anzahl der Gräber die aus der Zeit, in der Bihorer Gegend, stammen. Eigentlich kam es nur zu vereinzelten Ansiedlungen der Ungarn, in den besetzten Gebieten. So manche hohe Gelehrte wie Historiker,. Archäologen und Ethnolgen stellen die Frage, wie kam der junge Gylas, um das Jahr 1000, an die Führung Transsilvaniens. Was sagt der anonyme Notar König Belas dazu: Um das Jahr 1002 kam es zu eine Schlacht zwischen dem damaligen Fürsten von Transsilvanien, Gylas der junge, und Stephan I. dem Heiligen von Ungarn, weil Gylas sich der Zwangs- Christianisierung wieder-setzte. Darauf nahm König Stephan I. ihn und seine gesamte Familie gefangen und brachte alle nach Ungarn. Auf diese Weise geriet das “große und reiche Land“ unter seine Herrschaft.

Stephan I. der Heilige hatte große Mühe mit der Christianisierung der Madjaren. Unter den Opponenten dieser groß angelegten Aktion des Königs, befand sich auch der junge Gylas. Später im 13. Jh. erwähnt Simon von Kéza wieder den Namen Gylas und meint, er wäre der Onkel von König Stephan I. dem Heiligen gewesen. Wer aber in Wirklichkeit Gylas war, das bleibt den Geschichte Forschern überlassen. Interessant bleibt, was für einer Ethnie erauch immer angehöhrt, die Rumänen aus Transsilvanien unterstützten ihn zur Zeit seiner Herrschaft um so lange wie möglich unabhängig von der ungarischen Krone zu bleiben. Nach dem Tod Stephans I. des Heiligen verliert die Zentralmacht der Madjaren an Autorität und Einfluß. Der um die Macht zerreisstdast das kaum gefestigte Königreich.

Vereinzelte Stämme der Kumanen und Petschinegen kämpfen noch gegen die Madjaren in den Nordgebieten Transsilvaniens, aber ihre Schlagkraft wird immer schwächer. In der zweiten Hälfte des 13. Jh. wird erwähnt, daß die Petschinegen, um das Jahr 1210, unter der Führung des Sachsengrafen aus Hermannstadt, Joachim, zusammen mit Rumänen, Sachsen und Szekler gegen die Ungarn kämpften. Die Ungarn besetzten Transsilvanien in mehreren Etappen. Die letzte davon fand statt um das Jahr 1200 und gelangte bis zu den Karpaten. Die Eroberung Transsilvaniens vollzog sich von zwei Seiten ausgehend: von Nord nach Süd und von Westen nach Osten, am unteren und mittleren Miresch entlang.

Gegen Ende des 13. Jh. wird in schriftlichen Quellen erwähnt, daß außerhalb des Königsbodens auch Rumänen lebten. Um das Jahr 1222, werden rumänische Siedlungen erwähnt, als „Terra Blacorum“, in der Nähe der Domäne des Deutschen Ritterordens aus dem Burzenland. (T.N. als Quelle).

Ein sehr interessantes Zeugnis spricht selbst Kaiser, Joseph II. von Österreich (1780 – 1790) aus über die Rumänen und das sind seine Worte sie wie sein Chronist diese festgehalten hat: „...sie sind unbestreitbar, die ältesten und meisten Bewohner Transsilvaniens.“ auch der ungarische Präsident der Aulischen Kanzlei Transsilvaniens, Graf Teleky, fügt 1791 hinzu: „... die Rumänen sind die ältesten Bewohner Transsilvaniens.“ In seinem Werk, meint der ungarische Historiker, Andras Huszti, im Jahr 1791: „Keine Nation hat so eine Sprache, die der alten romanischen so nahe kommt. wie die der walachischen Nation.“

Aus den Gebieten Zentralasiens kommend, in den Jahren 679 /680, geführt von Asparuh, besetzten die Bulgaren die Territorien zwischen Donau und dem Balkangebirge und gründeten ihre Zarate, die auch der Kaiser aus Byzanz anerkennen mußte. Die Bulgaren besetzten Sofia und in den Jahren 852 – 889, bestimmt Zar Boris die Christianisierung zum griechisch - orthodoxen Glauben unter dem Schutz des Patriarchen von Konstantinopol. Doch dieser Schritt kam gleich mit der Adoption des kyrillischen Alphabetes, weil alle religiösen Texte auf diese Weise geschrieben wurden. Dieses Alphabet wurde auch von den Rumänen übernommen die jenseits der Donau lebten. Die slawonische (oder paleoslawische) Sprache wurde zur Kultsprache in der Kirche erklärt, dann in der Moldau und der Walachei auch in der Verwaltung gebraucht. Aber das einfache Volk gebrauchte auch weiterhin, in der Familie, die rumänische Sprache, denn lesen und Schreiben konnten sehr wenige Menschen aus dem Volk. Es war kein einzelnes Phänomen zu der Zeit, denn auch andere Völker taten das selbe. In Deutschland war die offizielle Sprache lateinisch, aber niemand dachte daran diese auch zu Hause zu gebrauchen, Genau so hielten es auch die Engländer; nachdem die Normanden das Land besetzt hatten, sprach kein Angel - Sachse oder Engländer französisch zu Hause, trotzdem es die offizielle Sprache war. Selbst wenn sie die Sprache Normanden fliessend sprachen, gebrauchten sie diese nur in Notfällen oder in den Fällen, wenn sie ein gewisses Interesse verfolgten. Es waren unruhige Zeiten in denen die Menschen und Völker auf der Suche waren nach einer Identität, einer Wesenseinheit und Zusammengehörigkeit. Welche sie stärker machte.

 

1.3.1. Das Mittelalter.

 

Das Mittelalter ist ein alt eingebürgerter Begriff für die Zeit zwischen Altertum und Neuzeit. Angesetzt wird Anfang und Ende des Mittelalters auf verschiedene Weise: Vom Beginn der Völkerwanderung, um 375, vom Untergang des Weströmischen Reiches, um 476 oder von der Zeit Karls des Großen, um 800 und dauerte bis zur Erfindung der Buchdruckerei durch Gutenberg 1450, zum Fall Konstantinopels 1453, zur Entdeckung Amerikas 1492 oder zu Luthers Reformation 1517. Bei all diesen Zeiten und Perioden ist etwas zu bedenken: Das Alte stirbt allmählich und das Neue kommt nicht mit einem Schlag. Alles braucht seine Zeit mit der man rechnen muss, um sich in so manchen Dingen Klarheit zu verschaffen, denn in diesen ungefähr 1500 Jahren vollzog sich so manche wesentliche Veränderung, wie die Verschmelzung von Germanentum, Christentum und dem kostbaren Erbe der Antike. Die Menschheit hatte viel gelernt!

Der große Gedanken der Einheit des christlichen Abendlandes, wirkte sich als eine besondere mächtige Idee aus, die auch das politische Leben erfaßte. In dem Wirbel der großen Wanderung der Völker, welche faßt ein Jahrtausend umfaßt, bestimmten Tiefgreifende Wandlungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik das Bild des Mittelalters. Die Menschheit wachte auf aus dem Tiefschlaf des Unwissens und der Befangenheit. Die Aufklärung klopfte an die Pforten des Wissens!

Auch in der Wirtschaft finden große Veränderungen statt. Der Feudalismus hält seinen Einzug, beginnend mit der Adels- und Grundherrschaft im frühen Mittelalter (ca. 6 – 9. Jh.), über das blühende Rittertum und Lehnswesen, im Hochmittelalter (10 – 13. Jh.) bis hin zur Erstarkung des Bürgertums, im Spätmittelalter (13- 15. Jh.), was den Aufstieg der Städte zur Folge hatte, welche sich in der Geldwirtschaft und den Anfängen des Kapitalismuses widerspiegelte.

 

1.4.1. Das Abendland.

 

Das Abendland oder die westliche Welt, von Italien aus gesehen, später aber der allgemeine europäische Kulturkreis. Die abendländische Kultureinheit entstand auf der Grundlage der Verbindung von Christentun und dem unschätzbaren Erbe der Antike, wie auch ihrer Aufnahme und Weiterentwicklung durch die westeuropäischen Völker. Bestimmend für die „Entstehung „des Abendlandes wurde der Gegensatz zu de östlichen Welt, dem Orient, der bis zu den Perserkriegen im 5. Jh. vor Chr. zurückreicht. Die wichtigste Voraussetzung für das Gefühl Zusammenzugehören war die Teilung des Römischen Reiches, die Spaltung der Kirche in eine abendländisch - lateinische und eine morgenländisch - griechische und der Anspruch der römischen Päpste und fränkischen Könige, Erben des Römischen Reiches zu sein. Die Kreuzzüge, der Einbruch des Islams in Europa und die Eroberung von Byzanz durch die Türken 1453, machten die abendländische geistige Einheit am stärksten bewußt. Seit Byzanz erobert wurde, fehlt jedoch der ursprüngliche Gegensatz zu der abendländischen Welt.

Aber zugleich mit der Gründung oder Einrichtung moderner Nationalstaaten tritt der Begriff „Europa“ mehr und mehr in den Vordergrund. Seit der Aufklärung (Iluminismus) wurde der Gedanke des Abendlandes wieder neu belebt. Bei Herder, Hegel und der Romantik galt das Abendland als höchste Stufe in der Entwicklung der Menschheit. Andere Philosophen lehnen diese Auffassung ab. Bei O. Spengler, A. J. Toynbee u. a. ist das Abendland nur eine der vielfachen Hochkulturen, dazu im Verfallszustand der Spätzeit. Wieder andere die machen geltend, daß die abendländische Kultur in den außereuropäischen Länder von der Renaissance an bis heute eine Ausstrahlungskraft hatte und diese noch immer hat, wie keine andere. Daher auch die Redewendung: „Ex occidensis lucs“, das licht (oder die Aufklärung) kommt aus dem Westen.

Spricht man von und über Kultur, dann denkt man im allgemeinen an die Veränderung der Natur; ist eine solche Veränderung, aber zum Nachteil der Menschen, dann hat man es mit einer Nonkultur zu tun und muss dieser Einhalt gebieten mit alle möglichen Mitteln die uns zur Verfügung stehen.. Eine echte Kultur, durch den Gebrauch von Werkzeugen, die darauf beruht die geänderten Lebensformen den Menschen nützlich zu machen ist eine echte Kultur, an der sich eine größere Gruppierung der Menschen vorteilhaft beteiligen kann. Veränderungen wird der Mensch immer vornehmen, denn es liegt in seinem Wesen, Neugier und der ständig bohrender Drang nach Wissen treibt ihn dazu. Denken wir nur ein Jahhunder zurück, an das 20. Jahrhundert, was hat der Mensch oder die Menscheit alles erfunden. Kaum zui glauben! Und dennoch wurden viele Träume wahr. Dank all dieser wunderlichen aber wunderbaren Erfindungen stehen heute der Menschheit zur Verfügung und erleichtern das Leben.Abb. 004. Kaiser Karl der Grosse Grosse Entfernungen kann der Mensch in kurzer Zeit überbrücken mit Eisenbahnen, Schiffen, Fleugzeugen ja sogar mit Rakenten in den Wetlraum fliegen...

 

1.5.1. Deutschland in der Zeit vom 9. bis 13. Jh.

 

Karl der Große, Römischer Kaiser und König der Franken und Langobarden seit 768 bzw. 774, eroberte das Reich der Langobarden um das Jahr 800; er unterwarf und christianisierte die Sachsen (Saxonen aus den alten Westgebieten und Niedersachsen).

Er entzog Herzog Tassilo von Bayern die Macht und drängte, im Süden, die Araber bis zum Ebros zurück. Um das Jahr 800 wurde er von Papst Leo III. zum Kaiser des Römischen Reiches gekrönt. Das war gleichbedeutend mit der Erneuerung des Weströmischen Imperiums. Ein Imperium in dem sich das Germanentum mit christlich – römischer Tradition verband. Der große Kaiser gründete zahlreiche Bistümer und erneuerte die Verwaltung in seinem Reich. In Frankreich schuf er viele geistlichen Zentren. Karl der III. genannt der Dicke (839-888), König des Ost- Fränkischen Reiches und des Westfränkischen Reiches (885 - 887). Später dann Kaiser von Beiden, vereinigte sie im Jahre 885, weie zur Zeit Karls des Grossen..

In der zweite Hälfte des 9. Jh., nach dem Zerfall des karolinischen Imperiums, fand die alte politische Krise auch nachher keine günstige Lösung, nicht einmal in dem östlichen Teil des Imperiums oder besser gesagt Deutschlands. Weil die karolinischen Könige des Ost Frakenreiches das heisst (Francia orientalis), welches neben Franken von beiden Ufern des Rheines, auch die Fürstentümer der Sachsen, Schwaben und Bayern umfaßte, nicht imstande waren die Tendenz der Fürstentümer zur Autonomie zu unterdrücken. Die letzten Könige aus dem Geschlecht der Karolinger (so genannt nach K.d.Gr. der eigentlich von Arnulf von Metz stammte, daherwurde er auch Arnulffinger genannt, selten aber auch Pippiniden; erloschen in der Lothringer Linie 869, in der Italienischen Linie 875 und in der Ostfränkischen Linie 911. Sie hatten ihre materielle Grundlage und die militärische Unterstützung der freien Bauern verloren.

Diese Verluste führten zu einem sehr schnellen Zerfall karolignischen Königs Reiche, ein Zerfall der auch durch die Feudalisierung beschleunigt wurde, durch die wiederholten Überfälle der Normanden und Madjaren, besonders in der zweiten Hälfte des 9. Jh. und zu Anfang des 10. Jh. kam das Ostfränkische Reich in eine sehr schwierige Lage. Seit den umfassenden Eroberungen der Karolinger war nicht einmal ein Jahrhundert vergangen, jetzt war sein deutscher Teil eingeschränkt und in die Defensive gedrängt. Der politische Schwerpunkt ging auf die Fürstentümer über und die Königliche Macht wurde immer schwächer.

Die inneren Kämpfe um die Macht, wie auch die von außen drohenden Gefahren führten am Anfang des 10. Jh. zur Änderung der politischen Beschaffenheit desOstfränkischen Reiches. DerKlerus, wie auch der laienhafte Adel der kleineren und mittleren Schichten, waren bereit ihre Kräfte zu Gunsten der Einsetzung einer verstärkten königlichen Macht, zu vereinigen, um die Vereinigung der Fürstentümer von der rechten Seite des Rheines voranzutreiben, weil diese für die Stärkung der königlichen Macht von großer Bedeutung waren. Denn diese waren wirtschaftlich besser entwickelt, schon seit der Teilung de Imperiums, im Jahre 843. Im Jahr 919 findet ein Ereignis von großer Bedeutung für die deutsche Geschichte statt. Fürst Heinrich von Sachsen, der mächtigste von den einheimischen Herrschern, östlich des Rheines, wird zum König gewählt. Heinrich I. der Elektor, vereinigt alle Voraussetzungen einer dauerhaften Dynastie.

Seine Wahl beseitigt die Gefahr einer Loslösung des Fürstentums Sachsen aus dem Staatsgefüge und bereitet den notwendigen staatlichen Rahmen für die Solidarität der deutschen Bevölkerung, eine Solidarität welche sich später auch zu einem Gefühl politischer Solidarität entwickeln kann. Trotzdem der neue König seine Rechte zuerst erringen mußte über Schwaben und Bayern zu herrschen, gewann er Lothringen zurück. Lothringen von der linken Seite des Rheines war wirtschaftlich besser entwickelt und enthielt auch alle die alten Gebiete der Karolinger.

Den größten Widerstand gegen König Heinrich I. Vorherrschaft leistete Bayern. Der bayerische Adel vereinigte sich unter Fürst Arnulf, im Kampf gegen die Madjaren und gewann mehrere Kämpfe gegen diese: Im Jahre 909 am Fluß Rott, 910 bei Neuching und im Jahre 913, mit Hilfe der Alemannen aus Südwest Deutschland, an der Inn. Die Madjaren drangen auch später wiederholt in Bayern ein (um die Jahre 919, 924 und 926). Ein Teil des bayerischen Adels neigte zu einer Vereinigung mit König Heinrich I. der schon längs eine neue Kavalerie geschaffen hatte und zahlreiche Burgen und Festungen verstärkt und neu ausgerüstet hatte. Wall- und Wehrstellen errichten ließ. Im Jahre 933 errang er einen ersten Sieg über die Madjaren bei Riade. Seit dem Jahre 928 kämpfte er um die Unterwerfung der Schwaben, im Jahre 934 besiegte er die Dänen und machte sie Tributpflichtich. Die inneren Rivalitäten der damaligen Herrscher Klasse Deutschlands machte diese schwach, und gerade diese Rivalitäten nutzte er aus, um den neuen Deutschen Staat zu stärken und sein Ansehen in den Augen der Katholischen Kirche und den angrenzenden Völkern zu heben.

Nach der Übergabe der Macht, im Jahre 936, setzte Otto I. der Große die Politik seines Vaters fort. Dem ersten Widerstand begegnete er im Fürstentum Sachsen, wo der Adel angeführt von seinem Stiefbruder, Thankmar, sich gegen ihn erhob. Diesem Aufstand schlossen sich auch die Fürstentümer Franken, Bayern und Lothringen an. Um seine Krone mußte König Otto I. der Große noch lange kämpfen. Im Jahr 951 nimmt er auch die Krone der Lombardei an sich.

Nach längeren Kämpfen in Deutschland, gelingt es ihm seinen Willen, im Jahr 951, im Reichstag durchzusetzen (in der Diäta imperialis), aber vorher mußte er noch mehrere Fürsten, Erzbischöfe und Bischöfe, die den größten Widerstand geleistet hatten, beseitigen und ihre Stellen mit ergebenen Leuten besetzen. Er hatte schon seit lange in Betracht gezogen, daß die Erbfürstentümer sich nicht zu jeder Zeit gegen ihn erheben könnten, denn diese hatten schon ein Jahrhunderte altes Dasein, aber die Zentrale Macht des Königs verfügte nicht über genügend Kräfte um diesen entgegenzutreten oder sogar abzuschaffen. Um neuen Aufständen zuvorzukommen, war er bemüht die Kirche in ein Gegengewicht umzuwandeln. Zu diesem Zweck festigte er die Stellungen des geistlichen Adels. Jetzt hatte er die Macht Bischöfe zu ernennen und über die Güter der Kirche zu verfügen. Die Tatsache daß er dem Hohen Klerus auch hohe Ämter und politische Rechte anvertraute festigte das Königstum und machte es unabhängig dem laienhaften Adel gegenüber, denn jetzt konnte der kirchliche Adel auch den Großteil der Heere aufbieten. Durch die vielen Schenkungen an den kirchlichen Adel, verlor der laienhafte Adel mehr und mehr von seiner wirtschaftlichen Grundlage. Auf diese Art gelang es Otto I. dem Großen, sich beide Seiten leichter unterzuordnen. Mit dem „Ottonisch – Bischöflichen – Sytem“ findet im Großen der Vorgang für die Festigung des Früh Deutschen Staates seinen Abschluß.

Während Otto I. der Große mit der Festigung des Königstums im Innland beschäftigt ist, verliert er Norditalien wieder. Wirtschaftlich gefestigt durch die Entwicklung der Handwerke und des Handels, war Norditalien eine ständige Zielscheibe für die angrenzenden Länder. Oder andere Mächte, die gerade verlockt waren diesen Teil Italiens in Herrschaft zu bekommen. Es zeigte sich erneut das Fehlen einer festen politischen Macht, welche den Ansprüchen der benachbarten Fürstentümer, wie auch denen des Byzantinischen Imperium, der Süddeutschen Fürstentümer und der Burgunder hätte entgegentreten können. Für all die anderen, wie auch für König Otto I. d. Gr., war die Herrschaft über Norditalien wegen den reichlichen Einkünften und der Festigung ihrer Stellung im Inneren des Staates,. Von großer Bedeutung. Aber der Kampf über die Vorherrschaft über Norditalien sollte noch über Jahrhunderte weiter gehen.

Beachten wir die Tatsache, daß die Zentraler Macht, des Früh Deutschen Imperiums, In den Gebieten Italiens und denen der Westslawen, viel Kraft aufwenden mußte, dann stellt sich die Frage, ob ein Verzicht auf eine Expansionspolitik nach Süden und Osten, auch wirklich zur inneren Festigung des Staates geführt hätte - Die deutschen Fürstentümer führten eine eigene Außenpolitik, ohne Beteiligung des Königs; zu ihrem eigenen Nutzen besetzten sie fremde Gebiete, so wie das oft in den östlichen Ländern geschah und untergruben dadurch die Zentrale Macht. Doch gerade die Beteiligung des Königs an den Eroberungen fremder Gebieter verzögerte die Bildung einzelner deutscher Staaten.

Vom Papst selbst zur Hilfe gerufen, überquerte der König mit seinen Heeren, im Jahr 961, die Alpen um gegen die Fürstentümer Süditaliens, die von Byzanz geschützt waren, zu kämpfen. Ein Jahr später wurde er vom Papst Johann dem XII. zum Kaiser gekrönt. Dadurch wurde das Deutsche Imperium der größte Katholische Staat, dessen Macht, in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, der von allen europäischen Staaten anerkannt wurde.

Zugleich mit der Herrschaft König Heinrich I. begann auch die Aktion um die Eroberung der Westslawen, östlich der Elbe, wie auch der Tschechen. Seit dem Jahr 928 unternahm er fast jedes Jahr Feldzüge in die Gebiete der Slawen. Zu Anfang schlug er die Hevelienen und eroberte Brandenburg, dann überfiel er auch andere slawische Stämme und machte diese tributar. Später konnte er dann mit verstärkter Kraft alle Gebiete zwischen Elbe und Oder besetzen. Beim Fluß Neise wurde eine starke Festung erbaut. Oft mußte er auch gegen die Polen Kämpfen, die ein großes Interesse an diesen Gebieten hatten. Im Jahr 929 unternimmt er die Feldzüge gegen die Retiener, Lutizier und dolomitischen Sorben und unterwirft diese. Zwei Jahre später kämpft er gegen die Obroditen aus den nördlichen Gebieten, wie auch gegen andere Stämme der Westslawen.

Der Tod König Heinrichs I. löste eine Reihe innerer und äußerer Kämpfe aus. Die deutschen Fürsten und slawischen Stämme an der Elbe nützten diese aus und kämpften um ihre Unabhängigkeit, so war Otto I. gezwungen seine Erbkrieg weiter zu führen. On einem Feldzug gegen die Slawen an der Elbe, schickte er die beiden Comes, Billung und Gero. Sie besiegten die Slawen und festigten die Grenzgebiete – Noch während er Herrschaft Ottos I. fielen die neuen Fürstentümer aus den Gebieten der Elbe ab. Kurz danach auch die Tschechen. Diese befanden sich schon in einer höheren Entwicklungsfase. Im 10. Jahrhundert vereinigte der Staat Groß Moraviens aus den Westgebieten zahlreiche Stämme der Westslawen. Trotzdem dieser slawische Staat für die Zeit höher entwickelt war, konnte er dem wiederholten Druck der Madjaren Einfälle nicht standhalten. Bis zuletzt wurde dieser Staat von Süden her aufgerieben. Zum Zerfall dieses Staates haben auch Deutsche, Polen und Madjaren viel beigetragen. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts konnten die deutschen Kaiser und Könige die Slawen an der Elbe besiegen aber das Tschechische Königreich wurde nicht besiegt. In Bömen und Moravien fand die Ansiedlung der Deutschen unter andern Bedingungen statt, eigentlich war es mehr eine tschechische Initiative, denn sie brachte Kaufleute und Handwerker ins Land, diese kamen aus Franken und vor allem kamen die Holzphäler und Bearbeiter aus Thüringen, wo diese Beschäftigung vom Vater and den Sohn weiter gegeben wurde.

Nach dem Sieg über die Madjaren bei Lechfeld, im Jahre 955, verlegte Otto I. seine Heere, angeführt von Gero und ihm selbst und unterstützt durch die Tschechen und Nordotslawen, aus den Gebieten um Rügen, brach er in das Land der Lutizier ein. Unterstützt durch die Obodriten, angeführt von Fürst Stoignew, leisteten diese lange Zeit großen Widerstand gegen die Angriffe der deutschen Heere und ihrer Verbündeten. Und dennoch erzielte Otto I. einen entscheidenden Sieg, am Fluß Rechnit, im Fürstentum Mecklenburg. Doch trotz dieses großen Sieges mußten die Heere des Königs oft eingreifen, um die Herrschaft in diesen Gebieten zu behalten.

Die Christianisierung wurde für die Deutschen und ihre Kaiser und Könige zu einer mächtigen Waffe. Im Jahre 948 wurden in Havelburg und Brandenburg die ersten slawischen Bischofstümer an der Elbe eingerichtet. Später, nach der Christianisierung der Obodriten, dann auch in Oldenburg und für die Sorben in Meresburg, Zeits und Meissen. Diese Missionen wurden durch die Katholische Kirche kräftig geschützt und gefördert. Nach dem Tod Ottos I. des Großen,, im Jahr 973, als de Hauptmacht der deutschen Heere noch in Italien konzentriert war, brach im Jahre 983 der große Aufstand der Dänen und Elbslawen aus. Burgen, Kirchen und neue Siedlungen der Deutschen wurden alle zerstört. Die Lutizier gewannen Havelburg und Brandenburg zurück und machten die gesamte Besatzung nieder. Die Obodriten zerstörten Hamburg, an der Mündung der Elbe. Nur jenseits der Elbe, im Westen, konnten die Deutschen Heere den Aufständischen Einhalt gebieten und diese zurückdrängen, doch alle bisherigen Eroberungen östlich der Elbe waren nun verloren. Die Unabhängigkeit der Lutizier und Obodriten dauerte fort bis ins 12. Jahrhundert. Nur die Sorben wurden auch weiterhin vom deutschen Adel beherrscht.

Die Macht übernahm nun der Sohn Ottos I., König Otto II. (955 bis 983). Wie seine Vorfahren musste auch er um seine Erbschaft hart kämpfen. Besonders Fürst Heinrich der Zanksüchtige aus Bayern, weigerte sich ihn anzuerkennen. Gleich nach der Übernahme der Macht, musste er gegen Dännemark und Norwegen kämpfen, denn schon drohten diese in die Gebiete Norddeutschlands einzubrechen. Im Jahr 975 kämpfte er einen unentschiedenen Kampf gegen Fürst Boleslav von Bömen. Doch im Reichstag von Regensburg gelingt es Otto II. Fürst Heinrich den Zanksüchtigen aus Bayern, abzusetzen und dann trennt er die Nordmark und Kärthen von Bayern. Zugleich werden auch mehrere ihm ergebene Fürsten in Bayern ernannt. Im Jahr 976 unternimmt König Otto II. noch einen großen Feldzug nach Bömen, aber auch dieser Feldzug war ein Mißerfolg. Zwei Jahre später muss er einen neuen Aufstand Heinrich des Zanksüchtigen und seiner Verbündeten niederschlagen...

Die Unruhe wächst auch in Lothringen und wendet sich gegen Otto II. Er kämpft so lange gegen den König von Frankreich bis diese gänzlich auf diese Provinzen verzichtet. In den folgenden Jahren war der König nun damit beschäftigt seine Macht in Norditalien zu festigen. Sein Sohn Otto III. war gezwungen, wegen einem Aufstand in den Gebieten Norditaliens, seinen Aufenthalt hier zu verlängern.

König Otto III. blieb kinderlos, das hatte zur Folge daß der Kampf um die Macht neu entfacht wurde und das ganze Jahr 1002 fortdauerte. Die Krone gewann ein Mittglied der Familie Luidolfing, Heinrich. König Heinrich II. hatte die Adligen auf seiner Seite. Als erstes musste er die inneren Kämpfe beseitigen. Als ein erprobtes Mittel seine Macht zu stärken, ging auch er den Weg seiner Vorfahren und unterhielt weiter die „Bischöfliche Politik“, weil auch seinen Interessen entsprach. Wenige Jahre später hatte er den harten Widerstand des Laienadels überwunden. Überzeugt davon daß im Land Ruhe herrscht, wendet auch er sich der Außenpolitik zu, um seine Macht auch außerhalb des Landes, unter Beweis zu stellen. Als erstes zieht er in den Kampf gegen die Slawen an der Elbe, welche mit Polen in einen Kampf verwickelt waren, unter der Führung von Boleslaw Chrobry. Einer listigen Strategie folgend hat er Erfolg. Im Jahr 1014 wurde er zum Kaiser gekrönt. Bei seinem Tod 1024 war der Deutsche Staat noch mehr Zentralisiert als zur Zeit seiner Vorfähren.

Zugleich mit der Wahl von Konrad I. zum deutschen König, wurde für ein Jahrhundert (1024 – 1125) die Dynastie der Franken oder Salier eingeführt. Auch er verfolgte die Politik von König Heinrich II. in der Verwaltung des Reiches, die er seinen „Ministerialis“ anvertraute. Diese Diener waren anfänglich von niedriger Herkunft und waren ihrem Brotherrn mehr verpflichtet als die Adligen. Auch König Konrad zwei ging den selben Weg in der Politik. Aber auch die kleineren Fürsten ahmten diese Politik nach, um sich besser gegen die Zentralpolitik zu behaupten. Nachdem Konrad II. die innen Politik gefestigt hatte, wandte er sich auch der Außenpolitik zu, um die Grenzen des Landes zu festigen.

Die Ostansiedlung erreicht ihren Höhepunkt im 12. und 13. Jahrhundert, hiermit ist es angebracht die schnellen Änderungen auf sozial – wirtschaftlichem Plan, besonders in den Westgebieten Deutschlands zu unterstreichen. Die Entwicklung des Handels und der verschiedenen Handwerke führen zur raschen Entwicklung der Städte, wie auch der feudalen Verhältnisse. Schon im 11. Jahrhundert entwickeln sich im Westen Deutschlands neue technische Methoden in der Agrarwirtschaft, die zu einer höheren Leistung beitragen, aber auch negative Auswirkungen mit sich bringen, weil auf dem Land, zugleich mit der Einführung der neuen Methoden, die Handarbeit weniger gebraucht wird: Die Maschinen arbeiten schneller und billiger! Die freigewordenen Arbeitskräfte, aber, vergrößern die Massen der Städte, die schon Überbevölkert sind. Es entsteht eine neue soziale Schicht; das Proletariat. Es sind die armen Leute die vom Lande vertriben werden un in den Städten Arbeit suchen, sich selbst verkaufen, weil Besitzlos sind.

 

1.6.1. Die Ansiedlung der Deutschen in Ost- und Südosteuropa.

 

Die Besiedlung der Gebiete aus dem Osten und Südosten des Heiligen Römischen Reiches begann schon im Mittelalter als diese noch sehr dünn besetzt waren von Slawen, Awaren, Ungarn und andere Völker welche sich auf der Wanderung befanden. Zugleich mit der Entstehung eines geschlossenen deutschen Siedlungsraumes in Sachsen, der Lausitz, Österreichs, in Mecklenburg, Brandenburg, Pommern und Schlesien, breitete sich auch eine von den jeweiligen Herrschern vorangetriebene Besiedlungsaktion aus. Die Anfänge einer Ostsiedlung gehen zurück bis ins 8. Jahrhundert und begannen in Bayern.

Durch die Gründung zahlreicher Missionsbistümer schufen die Ottonen eine bedeutende Basis und wichtige Voraussetzung für die Besiedlung dieser Gebiete. Später riefen auch die christlichen Slawenfürsten selbst Bauern, Kaufleute und Handwerker ins Land oder belehnten deutsche Ritter und geistliche. Bei der Ostsiedlung handelt es sich bis um Jahr 1200 faßt immer um Eroberungen und Landeinnahme, doch nach dieser Zeit geht es mehr um einen vertraglich geregelten Vorgang zwischen deutschen und einheimischen Lokatoren. Es wurden Dörfer und Städte gegründet und mit Siedlern besetzt. Die Motivierung dieser Siedlungsbewegung war auf beiden Seiten der innige Wunsch, die einträglichere deutsche Rechts- und Wirtschaftsverfassung einzuführen und zugleich auch das Problem der deutschen Übervölkerung in den Westgebieten, die im 12. und 13 Jh bedrohlich angewachsen war, ins Gleichgewicht zu bekommen. Auf der anderen Seite waren es auch die deutschen Siedler die sich Vorteile und mehr persönliche Freiheit erhofften in dem neuen Siedlungsland

Preußen, dieser Name kommt von dem Balten Stamm der Pruzzen, welche zwischen Weichsel und Memel ansässig waren und bezog sich ursprünglich nur auf dieses Siedlungsgebiet, das ungefähr Ost- und Westpreußen umfaßte. Zur Christianisierung der Pruzzen rief Herzog Konrad I. 1225/26 den Deutschen Orden ins Land, dieser empfing vom Kaiser Friedrich II. die (Goldbulle von Rimini) das Kulmerland, das Land der Pruzzen als Lehen und dazu die Würde der Reichsfürsten. In den darauf folgenden Jahren brachte der deutsche Orden viele Siedler ins Land und gründete von 1231 bis 1283 mehrere Städte. Aber erst nach 1283 konnten sie das ganze Land der Pruzzen unterwerfen und weiter besiedeln..

Im 13. Jahrhundert hat sich die Reichsgrenze, durch die Ostsiedlung, wenig verändert. Die nationalen Widerstände wurden erst später laut, weil auch die Sprachgrenzen weitgehend verwischt waren. Um das Jahr 1350 brach die große Pest aus und erfaßte weite Ländereien, damit ebbte auch die Siedlungsbewegung ab und kam zum stillstand.

Schlesien erstreckt sich südlich vom Kamm der Sudeten über das hügelige Vorland des Mittelgebirges und. die breite Flußebene der Oder bis zu den sanft gewellten Hügelketten des Schlesisch- Polenischen Landrückens. Klimatisch zeigt es ausgeprägte kontinentale Züge, mit relativ kalten Wintern und. warmen Sommern. Die Bevölkerung konzentriert sich in den fruchtbaren Tälern und. späteren Industriegebieten. Schon im 11. und 12. Jahrhundert zog dieses Land die Kolonisten aus den Westgebieten Deutschlands an. Um das Jahr 1163 errichtet Kaiser Friedrich I. Barbarosa, die beiden Herzogtümer Breslau und Ratibor, die später in mehrere Teilfürstentümer zerfielen

Sudetendeutsche, eine neuere Benennung für die Gebiete in Böhmen, Mähren, und dem Österreichischen – Schlesien, besonders in den Randgebieten wohnenden Deutschen, die sich erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt hat. Die Vorfahren der deutschen Siedler aus diesen Gebieten kamen aus Thüringen, Franken uns Sachsen schon zur Zeit der Premysliden Könige, um das Jahr (1198- 1230) weil zur Zeit ihrer Herrschaft Holzpfähler- und Bearbeiter gesucht wurden. 1945 fielen dies umstrittenen Gebiete wieder an die Tschechoslowakei und damit wurde auch das Schicksal der deutschen Bevölkerung besiegelt. Ca. 2, 5 Millionen wurden kurzfristig vertrieben, von denen unterwegs etwa 400 000 umkamen.

Die Sudetentn-deutschen übernahmen das Handwerk und die Beschäftigung welche ihre Vorfahren schon 12. Jahrhundert mitbrachten. Arbeit hatten sie übergenug, denn ihre neue Heimat war rech an Wäldern. Sie Pfälten die stolzen Tannen, Fichten und andere Arten, brachten sie in die Täler, wo flacheres Land vorhasnden war, bearbeiteten das so gewonne Holz zu Baumaterial in verschiedenen Formen. Der Abfall bei dieser Arbeit wurde zum Teil als Brennholz verwertet oder zum herstellen von Holzkohle. Es wurde alles werwertet, sogar die Holzrinde zum färben verschiedener Tuchware gebraucht.

Nicht zu vergessen sind auch die Rußlanddeutschen die Unter Katharina II. an der Wolga angesiedelt wurden, mit dem Versprechen ihre deutschen Traditionen, Sprache, Sitten und Gebräuche zu bewahren. Es waren nicht wenige die ihrem Ruf folgten und einen guten Anfang machten. Aber im Zweiten Weltkrieg wurden sie als deutsche Kollaborationisten betrachtet und nach Zentralasien und Sibirien deportiert und kamen nie mehr an die Wolga zurück. Die Wolgarepublik wo fast 4 Millionen Deutsche lebten gab es nicht mehr. Sie wurden über die Breiten Russlands verstreut aber keiner kam mehr zurück. Dieses ehemalige "Plätzchen- Deutschland" sollte sogar in der Geschichte vergessen sein...

 

Quellenangabe zum Teil I.

1. Rumänische Geschichte, von D. C. Giurescu 1978

2. Bertelsmann Lexikon, Verlag GmbH Gütersloh 1994

3. Lexikon der Siebenbürger Sachsen. Wort u. Welt Verlag 1993

4. Geschichte der Deutschen auf dem Gebiet Rumäniens, Kriterion Verlag Bukarest 1979

5. Daco-Romano-Saxonica, Adolf Armbruster, Ed. Ştiinţifică şi Enciclop. Bukarest 1980

 

(c) M. M. Binder-Scholten, geschrieben in Karlsruhe 1998